Mein Weg

Bild: Benjamin Nolte

Meine Landtagskandidatur ist keine Impulsentscheidung gewesen. Schon lange setze ich mich für Chancengleichheit, Vielfalt und eine solidarische Gesellschaft ein. Hier erfahrt Ihr, wie es dazu kam.

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in Dithmarschen. Dort habe ich zusammen mit meiner Mutter und meinen beiden Geschwistern gelebt. Eine Zeit lang bezog unsere Familie Hartz IV, da meine Mutter als Erzieherin nur halbtags arbeiten konnte und den niedrigen Lohn aufstocken musste. Das war eine harte Erfahrung für unsere ganze Familie und ich hatte immer einen riesigen Respekt vor meiner Mutter, weil sie uns trotzdem eine sehr schöne Kindheit ermöglichte.

Politisiert wurde ich das erste mal so richtig im Jahr 2009. Damals setzte sich die CDU für ein Abitur nach acht Jahren (G8-Modell) ein, was in unserer Klasse niemand verstehen konnte. Auch wenn es unseren eigenen Jahrgang nicht mehr betraf, wollten wir etwas unternehmen. Die Jusos Dithmarschen organisierten damals eine große Demonstration mit über 1.000 Schülerinnen und Schülern, die für bessere Bildung auf die Straße gingen. Und ich war mittendrin. Hier findet Ihr einen Bericht über den Streik.

In der Schulzeit hatte ich immer viele Hobbys: ich spielte Fußball in unserem Dorfverein, war als Trompeter Mitglied einer Big Band und spielte Theater in der Oberstufentheater-AG meines Gymnasiums. Mir war immer klar, dass all diese Dinge nur möglich waren, weil sich Menschen dafür ehrenamtlich engagierten. Dieses ehrenamtliche Engagement hat mir Teilhabe an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens ermöglicht. Das hat mich inspiriert und dazu geführt, mich selbst zu engagieren. Ich fing an als Jugendwart in unserem Blasorchester, war als Fußballtrainer tätig oder brachte jüngeren Schülerinnen und Schülern das Schauspielen in unserer Musical-AG bei.

Nach der Schule zog ich nach Flensburg für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Ich wollte nach 13 Jahren weitestgehend kostenloser Bildung der Gesellschaft etwas zurückgeben. Deshalb begann ich den Freiwilligendienst beim TSB Flensburg. Dort trainierte ich zwei Mädchenmannschaften und organisierte den offenen Ganztag an der Comenius-Schule Flensburg mit. Zusätzlich begleitete ich das Projekt “Mädchen kicken cooler” – ein feministisches Integrationsprojekt des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands.

2014 organisierte ich gemeinsam mit der damaligen Landtagsabgeordneten Simone Lange ein Benefizspiel zu Gunsten des Integrationsprojektes. Viele Politikerinnen und Politiker aus der Flensburger Ratsversammlung und dem schleswig-holsteinischen Landtag kickten gemeinsam gegen eine Auswahl unseres Projektes. Nach dem Spiel fragte mich Simone, ob ich nicht Lust hätte, in die SPD einzutreten. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt und merkte, dass die Entscheidung innerlich bereits gefallen war. So wurde ich im November 2014 Parteimitglied.

Angefangen bei den Jusos und dem SPD Ortsverein Adelby-Engelsby brachte ich mich in die Partei ein. Mittlerweile bin ich bürgerschaftliches Mitglied in der Flensburger Ratsversammlung und Vorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein. In den vielen Jahren habe ich mich in Flensburg aber nicht nur in der Partei eingebracht. Ich bin weiterhin aktiver Schiedsrichter für den TSB Flensburg, war in der Universität in mehreren Gremien der Studierendenvertretung aktiv, gründete Bündnisse wie “Kein Hafen für Nationalismus” mit und setze mich in der Seebrücke Flensburg für Geflüchtete ein. All diese Dinge tue ich aus voller Überzeugung. Mein Leben hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, solidarisch zu sein und sich mit anderen und für andere einzusetzen.

Nun möchte ich den nächsten Schritt gehen. Ich möchte mich weiterhin für Flensburg engagieren und dafür sorgen, dass Flensburg so großartig bleibt, wie es ist. Dafür müssen wir einiges tun – und ich möchte das als Euer Landtagsabgeordneter anpacken.